(31) Derivate und andere Finanzinstrumente

Treasury-Richtlinien und -Systeme

Corporate Treasury steuert zentral das Währungs- und Zinsmanagement des Konzerns und entsprechend alle Abschlüsse von Geschäften mit Finanzderivaten und sonstigen Finanzinstrumenten. Handel, Treasury Controlling und Abwicklung (Front-, Middle- und Back-Office) sind räumlich und organisatorisch getrennt. Kontraktpartner sind deutsche und internationale Banken, die in Übereinstimmung mit den Treasury-Richtlinien des Henkel-Konzerns regelmäßig in Bezug auf Bonität und Qualität der Quotierungen überprüft werden. Der Einsatz von Finanzderivaten zur Steuerung der Währungs- und Zinsrisiken aus dem operativen Geschäft und der daraus resultierenden Finanzerfordernisse erfolgt ebenfalls in Übereinstimmung mit den Treasury-Richtlinien. Finanzderivate werden ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossen.

Das Währungs- und Zinsrisikomanagement des Konzerns wird durch ein integriertes Treasury-System unterstützt, das zur Identifizierung, Bewertung und Analyse der Währungs- und Zinsrisiken dient. Integriert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Gesamtprozess von der Erfassung von Finanztransaktionen bis zu deren Buchung abgedeckt ist. Ein großer Teil des Devisenhandels erfolgt über internetbasierte, multibankfähige Handelsplattformen. Die abgeschlossenen Devisengeschäfte werden automatisch in das Treasury-System übergeleitet. Die im Rahmen eines standardisierten Berichtswesens von allen Tochtergesellschaften gemeldeten Währungs- und Zinsrisiken werden durch einen Datentransfer in das Treasury-System integriert. Hierdurch sind sowohl alle konzernweiten Währungs- und Zinsrisiken als auch die zur Sicherung dieser Risiken abgeschlossenen Derivate jederzeit abrufbar und bewertbar. Das Treasury-System erlaubt den systemgestützten Einsatz verschiedener Risikokonzepte. So werden die Risikopositionen und der Erfolg des Risikomanagements pro Einzelgesellschaft, Land und Ländergruppe auf „Mark to Market“-Basis regelmäßig ermittelt und mit einer Benchmark verglichen.

Ansatz und Bewertung von Finanzinstrumenten

Alle Finanzinstrumente werden zunächst mit ihren Anschaffungskosten am Handelstag eingebucht. Die Wertpapiere und Terminanlagen werden als „available for sale“ klassifiziert und zum Bilanztag mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, der ohne Ausnahme auf notierten Marktpreisen (Stufe 1 der Fair-Value-Hierarchie) basiert. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen somit zum 31. Dezember 2010 den Buchwerten. Sofern sich aus der Bewertung Wertänderungen ergeben, werden diese erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, es sei denn, es handelt sich um dauerhafte Wertminderungen. Diese werden erfolgswirksam erfasst. Die Bewertung der ebenfalls als „available for sale“ klassifizierten Sonstigen Beteiligungen/Anteile an Verbundenen Unternehmen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, da deren Marktwerte nicht zuverlässig bestimmbar sind.

Kategorisierung bestimmter Finanzinstrumente

in Mio. Euro

31.12.2009

31.12.2010

Wertpapiere und Terminanlagen

22

362

– erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

– erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert

22

362

Sonstige Beteiligungen/Anteile an Verbundenen Unternehmen

19

21

– erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

– zu fortgeführten Anschaffungskosten

19

21

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Finanzielle Vermögenswerte, die der Kategorie „held to maturity“ zuzuordnen sind, bestehen nicht. Langfristige Ausleihungen werden ebenso wie alle übrigen finanziellen Vermögenswerte als „loans and receivables“ kategorisiert und zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sowie Flüssigen Mittel entspricht aufgrund ihrer kurzfristigen Natur dem beizulegenden Zeitwert. Finanzielle Verbindlichkeiten mit einer festen Laufzeit werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten, für die ein Sicherungsgeschäft abgeschlossen wurde, das die Voraussetzungen von IAS 39 bezüglich des Sicherungszusammenhangs erfüllt, werden im Rahmen des sogenannten Hedge Accounting bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht dem Buchwert.

Alle im Konzern abgeschlossenen derivativen Finanzinstrumente werden zunächst in der Bilanz mit ihren Anschaffungskosten eingebucht und in der Folge zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanztag bewertet. Die Erfassung der aus Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten resultierenden Gewinne und Verluste ist davon abhängig, ob die Anforderungen von IAS 39 hinsichtlich der Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt sind (Hedge Accounting).

Für den überwiegenden Teil der derivativen Finanzinstrumente wird kein Hedge Accounting angewandt. Die Marktwertänderungen dieser Derivate, die aber wirtschaftlich betrachtet wirksame Absicherungen im Rahmen der Konzernstrategie darstellen, werden ergebniswirksam erfasst. Diesen stehen nahezu kompensierende Marktwertänderungen aus den abgesicherten Grundgeschäften gegenüber.

Bei Anwendung des Hedge Accounting werden derivative Finanzinstrumente entweder als Instrumente zur Absicherung des beizulegenden Werts eines bilanzierten Grundgeschäfts („Fair Value Hedge“), als Instrumente zur Absicherung von zukünftigen Zahlungsverpflichtungen („Cashflow Hedge“) oder als Instrumente zur Absicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Tochtergesellschaft („Hedge of a Net Investment in a Foreign Entity“) qualifiziert.

Fair Value Hedges: Marktwertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten zur Absicherung von beizulegenden Zeitwerten („Fair Value Hedge“) werden zusammen mit der Wertänderung der abgesicherten Grundgeschäfte erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Als Fair Value Hedges wurden ausschließlich die unter Textziffer 19 dargestellten Receiver-Zinsswaps zur Sicherung des Zinsrisikos der von der Henkel AG & Co. KGaA begebenen Anleihen qualifiziert. Zur Bestimmung der Marktwertänderung der Anleihen (vergleiche Textziffer 19) wird ausschließlich der Anteil berücksichtigt, der sich auf das Zinsrisiko bezieht.

Die Marktwerte der Zinssicherungsinstrumente betragen zum Bilanztag 185 Mio. Euro (Vorjahr: 113 Mio. Euro) ohne Einschluss von aufgelaufenen Zinsen. Die Marktwertänderungen aus Marktzinsrisiken der Receiver-Zinsswaps betragen 72 Mio. Euro (Vorjahr: 48 Mio. Euro). Die korrespondierenden Marktwertänderungen der abgesicherten Anleihen betragen –69 Mio. Euro (Vorjahr: –47 Mio. Euro).

Cashflow Hedges: Veränderungen des Marktwerts von Derivaten zur Absicherung von Cashflows werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Diejenigen Teile der Marktwertänderung des Derivats, die bezüglich des abgesicherten Risikos als ineffektiv gelten, werden unmittelbar in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Resultiert eine feste Verpflichtung oder eine erwartete und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende künftige Transaktion in der Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld, werden die zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Marktwertänderungen des Sicherungsgeschäfts in der Regel in die Erstbewertung des Bilanzpostens mit einbezogen. Anderenfalls werden die direkt im Eigenkapital erfassten Beträge in denjenigen Berichtsperioden erfolgswirksam, in denen die abgesicherte Transaktion die Erfolgsrechnung beeinflusst.

Cashflow Hedges
(nach Berücksichtigung von Ertragsteuern)

in Mio. Euro

Anfangsbestand

Zugang
(erfolgsneutral)

Abgang
(erfolgswirksam)

Endbestand

2010

–276

–75

–351

2009

–265

–11

–276

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Der Anfangsbestand betrifft als Cashflow Hedge designierte noch laufende Zinssicherungen der US-Dollar-Verbindlichkeiten der Henkel of America, Inc. sowie bereits in Vorjahren abgeschlossene und glattgestellte Devisentermingeschäfte. Der Zugang in Höhe von –75 Mio. Euro betrifft mit –46 Mio. Euro den Erwerb der National Starch-Geschäfte. Auf die Zinssicherung der US-Dollar-Verbindlichkeiten der Henkel of America, Inc. entfällt nach Berücksichtigung von Ertragsteuern ein Zugang in Höhe von –29 Mio. Euro. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte auf die US-Dollar-Verbindlichkeiten der Henkel of America, Inc. betragen –69 Mio. Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Ineffektivitäten in Höhe von 0,4 Mio. Euro aufwandswirksam im Finanzergebnis erfasst. Die Cashflows aus den zum 31. Dezember 2010 gesicherten Transaktionen werden im Juni 2013 und im März 2014 erwartet.

Hedge of a Net Investment in a Foreign Entity: Absicherungen von Nettoinvestitionen in ausländische Gesellschaften werden ähnlich der Absicherung von Cashflows bilanziert. Dies ist der Fall bei der Sicherung von Translationsrisiken ausländischer Beteiligungen durch den Einsatz von Devisentermingeschäften.

Die im Eigenkapital erfassten Posten betreffen Translationsrisiken von Nettoinvestitionen in Schweizer Franken (CHF) und US-Dollar (USD), bei denen die entsprechenden Sicherungsgeschäfte bereits in Vorjahren abgeschlossen und glattgestellt wurden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine „Hedges of a Net Investment in a Foreign Entity“ abgeschlossen. Der Zugang in Höhe von 16 Mio. Euro entfällt auf den Erwerb der National Starch-Geschäfte. Es wurden keine erfolgswirksamen Ausbuchungen aus dem Eigenkapital vorgenommen und keine Ineffektivitäten erfolgswirksam erfasst.

Hedges of a Net Investment in a Foreign Entity
(nach Berücksichtigung von Ertragsteuern)

in Mio. Euro

Anfangsbestand

Zugang
(erfolgsneutral)

Abgang
(erfolgswirksam)

Endbestand

2010

53

16

69

2009

53

53

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Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten

Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente basieren auf beobachtbaren Marktdaten (Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie). Für Devisentermingeschäfte wird der beizulegende Zeitwert auf Basis der am Bilanztag geltenden aktuellen Referenzkurse der Europäischen Zentralbank unter Berücksichtigung von Terminaufschlägen und -abschlägen für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenkurs ermittelt. Devisenoptionen werden mittels Kursnotierungen oder anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Die Bewertung der Zinssicherungsinstrumente erfolgt auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows unter Zugrundelegung von Marktzinssätzen, die für die Restlaufzeit der Kontrakte gelten. Diese sind für die vier wichtigsten Währungen in der nachfolgenden Tabelle angegeben. Sie zeigt die jeweils zum 31. Dezember am Interbanken-Markt quotierten Zinssätze.

Zinssätze in Prozent p.a.

jeweils zum 31.12.

EUR

USD

JPY

GBP

Laufzeiten

2009

2010

2009

2010

2009

2010

2009

2010

3 Monate

0,50

0,96

0,47

0,48

0,45

0,11

0,71

0,82

6 Monate

0,93

1,23

0,68

0,40

0,30

0,44

0,93

1,27

1 Jahr

1,21

1,51

1,12

0,88

0,47

0,71

1,58

1,52

2 Jahre

1,84

1,53

1,38

0,82

0,48

0,38

2,01

1,51

5 Jahre

2,80

2,50

2,99

2,23

0,70

0,57

3,45

2,67

10 Jahre

3,65

3,35

4,07

3,56

1,44

1,19

4,21

3,65

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Bei der Bewertung von Finanzderivaten zur Sicherung von Rohstoffpreisrisiken nutzen wir aufgrund ihrer Komplexität vornehmlich Simulationsmodelle der Banken, die von Börsennotierungen abgeleitet sind. Die Sicherstellung korrekter Bewertungen erfolgt durch regelmäßige Plausibilitätsprüfungen.

Bei der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente wird das Ausfallrisiko des Vertragspartners durch eine pauschale Anpassung der Marktwerte auf der Basis von Kreditrisikoprämien berücksichtigt. Die im Berichtsjahr 2010 bestehende Anpassung beträgt 0,8 Mio. Euro.

In Abhängigkeit vom Marktwert und von der Fristigkeit am Bilanztag werden derivative Finanzinstrumente als finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.

Der überwiegende Teil der Devisenterminkontrakte und der Währungsoptionen ist zur Sicherung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Konzernfinanzierungen in US-Dollar abgeschlossen.

Am Bilanztag bestanden folgende Positionen:

Derivative Finanzinstrumente

jeweils zum 31.12.

Nominalwert

Positiver Marktwert3)

Negativer Marktwert3)

in Mio. Euro

2009

2010

2009

2010

2009

2010

Devisenterminkontrakte1)

2.450

2.396

70

77

–60

–89

(Davon: zur Absicherung konzerninterner Darlehen)

(2.091)

(1.848)

(68)

(75)

(–56)

(–83)

Zinsswaps

4.688

4.797

177

248

–19

–70

(Davon: als Fair Value Hedge designiert)

(3.300)

(3.300)

(177)

(248)

(–)

(–)

(Davon: als Cashflow Hedge designiert)

(1.388)

(1.497)

(–)

(–)

(–19)

(–70)

Andere Zinssicherungsinstrumente

1.000

500

11

2

(Davon: als Hedge Accounting designiert)

(–)

(–)

(–)

(–)

(–)

(–)

Warentermingeschäfte2)

16

44

1

4

(Davon: als Hedge Accounting designiert)

(–)

(–)

(–)

(–)

(–)

(–)

Summe derivative Finanzinstrumente

8.154

7.737

259

331

–79

–159


1)
Laufzeit kürzer als 1 Jahr.

2) Im Jahr 2010 Laufzeit kürzer als 1 Jahr; im Jahr 2009 Laufzeit länger als 1 Jahr.

3) Marktwerte einschließlich aufgelaufener Zinsen.

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Risiken aus Finanzinstrumenten

Henkel ist als weltweit agierender Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken (Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken) ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Bedeutende Risikokonzentrationen lagen im Berichtsjahr nicht vor. Bezüglich des Managements von finanzwirtschaftlichen Risiken verweisen wir auch auf den Risikobericht.

Ausfallrisiko

Der Henkel-Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit mit Dritten in verschiedenen Geschäftsbereichen grundsätzlich einem weltweiten Ausfallrisiko ausgesetzt. Dieses Risiko resultiert aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Grundsätzlich sieht sich Henkel mit einer fortschreitenden Konzentration auf der Abnehmerseite konfrontiert, was sich entsprechend in den Forderungspositionen von Einzelkunden ausdrückt.

Ein Kreditrisikomanagement mit einer weltweit gültigen „Credit Policy“ sorgt für eine permanente Überwachung der Kreditrisiken und minimiert die Forderungsverluste. Sie regelt für bestehende Kundenbeziehungen und Neukunden die Vergabe und Einhaltung von Kreditlimiten, kundenindividuelle Bonitätsanalysen unter Nutzung interner und externer Finanzinformationen, die Risikoklassifizierung und die kontinuierliche Überwachung der Forderungsrisiken auf lokaler Ebene. Des Weiteren werden unsere wichtigsten Kundenbeziehungen auch auf regionaler und globaler Ebene überwacht. Weiterhin werden selektiv länder- und kundenspezifische Absicherungsmaßnahmen vorgenommen, zum Beispiel durch Kreditversicherungen.

Im Rahmen der Geldanlage und des Derivatehandels mit deutschen und internationalen Banken schließen wir Geschäfte nur mit Kontrahenten bester Bonität ab. Die Geldanlage erfolgt in der Regel mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Zur Minimierung des Ausfallrisikos werden mit den Kontrahenten Netting-Vereinbarungen geschlossen und Anlagelimite vergeben. Diese Limite werden entsprechend den Ratings der Kontrahenten vergeben und regelmäßig überprüft und angepasst. Neben den Ratings werden bei der Festsetzung der Limite weitere Indikatoren wie die Notierung der „Credit Default Swaps“ (CDS) der Banken hinzugezogen. Zudem bestehen mit ausgewählten Banken sogenannte Collateral-Vereinbarungen, im Rahmen derer zur Absicherung der Marktwerte abgeschlossener Derivate gegenseitige Sicherheitszahlungen geleistet werden.

Erhaltene Sicherheiten beziehungsweise Absicherungsmaßnahmen betreffen die länder- und kundenspezifische Absicherung durch Kreditversicherungen, bestätigte und unbestätigte Akkreditive im Exportgeschäft sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen.

Der Buchwert von Forderungen und Darlehen, die überfällig wären oder auf die Abschreibungen vorzunehmen wären und deren Fälligkeit neu verhandelt worden ist, beträgt wie im Vorjahr weniger als 1 Mio. Euro.

Altersanalyse der Überfälligkeit nicht wertgeminderter Forderungen und Darlehen

Aufteilung

in Mio. Euro

weniger als 30 Tage

30 bis 60 Tage

61 bis 90 Tage

91 bis 180 Tage

Gesamt

Stand 31.12.2010

96

28

10

3

137

Stand 31.12.2009

137

26

12

3

178

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Insgesamt haben wir auf Forderungen und Darlehen im Jahr 2010 Einzelwertberichtigungen in Höhe von 35 Mio. Euro (Vorjahr: 36 Mio. Euro) und pauschalierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 6 Mio. Euro (Vorjahr: 7 Mio. Euro) vorgenommen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist aufgrund des Einsatzes langfristiger Finanzierungsinstrumente und zusätzlicher Liquiditätsreserven als sehr gering einzustufen. Um die Liquidität und die finanzielle Flexibilität des Henkel-Konzerns zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, verfügt der Henkel-Konzern über fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von 2,1 Mrd. Euro. Diese Kreditlinien sind zur Sicherung des Commercial-Paper-Programms abgeschlossen worden. Die einzelnen Tochtergesellschaften des Henkel-Konzerns verfügen zusätzlich über bilaterale Kreditzusagen in Höhe von 0,4 Mrd. Euro.

Unsere Kreditwürdigkeit wird regelmäßig von den Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s bewertet.

Cashflows aus Finanzverbindlichkeiten

in Mio. Euro

 

Restlaufzeit

 

31.12.2009
Buchwerte

bis zu
1 Jahr

über 1
bis 5 Jahre

mehr als
5 Jahre

31.12.2009
Cashflow
insgesamt

Anleihen1)

3.708

394

2.593

1.378

4.365

Commercial Paper2)

71

71

71

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

303

291

17

6

314

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

1.885

1.885

1.885

Sonstige Finanzinstrumente3)

156

86

32

38

156

Originäre Finanzinstrumente

6.123

2.727

2.642

1.422

6.791

Derivative Finanzinstrumente

79

86

–64)

80

Gesamt

6.202

2.813

2.636

1.422

6.871


1)
Die Cashflows aus der im Jahr 2005 begebenen Hybrid-Anleihe sind bis zum erstmöglichen Kündigungstermin durch Henkel am 25. November 2015 angegeben.
2) Aus dem Euro- und US-Dollar-Commercial-Paper-Programm (Gesamtvolumen 2,1 Mrd. Euro).

3) In den sonstigen Finanzinstrumenten sind auch Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern der Belegschaft und Finanzierungswechsel enthalten.

4) Positiver Effekt resultiert aus der Berücksichtigung von Cashflows aus aufgelaufenen Zinsen.

Cashflows aus Finanzverbindlichkeiten

in Mio. Euro




Restlaufzeit
 

31.12.2010
Buchwerte

bis zu
1 Jahr

über 1
bis 5 Jahre

mehr als
5 Jahre

31.12.2010
Cashflow
insgesamt

Anleihen1)

3.687

313

3.736

4.049

Commercial Paper2)

79

79

79

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

335

240

100

2

342

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

2.308

2.308

2.308

Sonstige Finanzinstrumente3)

143

87

26

37

150

Originäre Finanzinstrumente

6.552

3.027

3.862

39

6.928

Derivative Finanzinstrumente

159

119

41

160

Gesamt

6.711

3.146

3.903

39

7.088


1)
Die Cashflows aus der im Jahr 2005 begebenen Hybrid-Anleihe sind bis zum erstmöglichen Kündigungstermin durch Henkel am 25. November 2015 angegeben.
2) Aus dem Euro- und US-Dollar-Commercial-Paper-Programm (Gesamtvolumen 2,1 Mrd. Euro).

3) In den sonstigen Finanzinstrumenten sind auch Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern der Belegschaft und Finanzierungswechsel enthalten.

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Marktrisiko

Das Marktrisiko von Finanzinstrumenten besteht vor allem aus dem Währungs- und dem Zinsrisiko sowie den Rohstoffpreisrisiken. Es wird mittels Sensitivitätsanalysen überwacht.

Währungsrisiko

Die Internationalität unserer Geschäftstätigkeit bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen mit sich. Die Absicherung der hieraus resultierenden Wechselkursrisiken ist wesentlicher Bestandteil unseres zentralen Risikomanagements. Zielsetzung bei der Währungsabsicherung ist das Festschreiben von Preisen auf Basis von Sicherungskursen zum Schutz vor zukünftigen ungünstigen Währungskursschwankungen. Weitere Informationen zu den Zielen und Maßnahmen des Währungsmanagements finden Sie im Konzernlagebericht.

Der sogenannte Value-at-Risk des Transaktionsrisikos des Henkel-Konzerns betrug zum Stichtag 31. Dezember 2010 nach Sicherung 17 Mio. Euro (Vorjahr: 12 Mio. Euro). Es handelt sich um einen Value-at-Risk mit einem angenommenen Zeithorizont von einem Monat und einem einseitigen Konfidenzintervall von 95 Prozent. Als Berechnungsgrundlage wird der sogenannte Varianz-Kovarianz-Ansatz verwendet. Volatilitäten und Korrelationen werden auf Basis historischer Daten ermittelt. Grundlage der Value-at-Risk-Berechnung sind die operativen Buchpositionen und Planpositionen in Fremdwährung mit einem Planungshorizont von bis zu neun Monaten.

Der Value-at-Risk zeigt das höchste zu erwartende Verlustrisiko eines Monats aufgrund von Währungsschwankungen. Das Risiko entsteht durch Im- und Exporte der Henkel AG & Co. KGaA und der ausländischen Tochtergesellschaften. Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Henkel-Konzerns handelt es sich um ein Portfolio mit mehr als 50 verschiedenen Währungen. Wesentlichen Einfluss auf das Währungsrisiko hat neben dem US-Dollar der russische Rubel, der mexikanische Peso und der ukrainische Hrywnja.

Zinsrisiko

Die Liquiditätsbeschaffung des Henkel-Konzerns findet zum größten Teil an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten statt. Die hieraus resultierenden Finanzverbindlichkeiten sowie unsere Geldanlagen sind einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Ziel unseres zentralen Zinsmanagements ist es, durch die Wahl von Laufzeiten und den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten dieses Zinsänderungsrisiko zu steuern. Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos dürfen ausschließlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, die sich im Risikomanagementsystem abbilden und bewerten lassen.

Die Zinsstrategie von Henkel ist darauf ausgerichtet, das Zinsergebnis des Henkel-Konzerns zu optimieren. Basis für die Entscheidungen im Zinsmanagement sind die zur Liquiditätssicherung emittierten Anleihen und die sonstigen Finanzierungsinstrumente. In Abhängigkeit von der Zinserwartung schließt Henkel zur Optimierung der Zinsbindungsstruktur derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Zinsswaps, ab. Ein Großteil der Finanzierung der Henkel of America, Inc. in US-Dollar ist durch Zinsswaps in fixe Zinsen gewandelt. Die Verzinsung der durch Henkel begebenen in Euro denominierten Anleihen wurde mithilfe von Zinsswaps von Festzins in variable Zinsen gewandelt. Dadurch besteht die Nettozinsposition aus einer gemischt US-Dollar-fixen und Euro-variablen Verzinsungsstruktur.

In der folgenden Tabelle wird im Rahmen einer Basis-Point-Value (BPV)-Analyse das Risiko von Zinsschwankungen für das Ergebnis des Henkel-Konzerns dargestellt.

Zinsrisiko

in Mio. Euro

31.12.2009

31.12.2010

Auf Basis einer Zinsänderung in Höhe von jeweils 100 Basispunkten

64

52

Davon:

   

Cashflow erfolgswirksam durch die Gewinn- und Verlustrechnung

14

10

Fair Value erfolgsneutral durch die Gesamtergebnisrechnung

50

42

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Grundlage für die Berechnung des Zinsrisikos sind Sensitivitätsanalysen. Bei der Analyse des Cashflow-Risikos werden alle wesentlichen variabel verzinslichen Finanzinstrumente zum Bilanztag betrachtet. Ausgehend von der Nettofinanzverschuldung, die die Flüssigen Mittel, Wertpapiere sowie Langfristigen und Kurzfristigen Finanzschulden umfasst, werden Festzinsinstrumente und vorhandene Zinssicherungen in Abzug gebracht. Auf Basis dieser Berechnung ergeben sich zum jeweiligen Bilanztag – bei einer unterstellten Parallelverschiebung der Zinskurve um 100 Basispunkte – die in der Tabelle aufgeführten Zinsrisiken. Bei der Analyse des Fair-Value-Risikos wird von einer Parallelverschiebung der Zinskurve um 100 Basispunkte ausgegangen und die hypothetische Marktwertänderung der zugrunde liegenden Zinsderivate zum Stichtag ermittelt. Zinsrisiken bestehen vor allem durch zinstragende Finanzinstrumente und Zinsderivate in Euro und in US-Dollar.

Rohstoffpreisrisiken

Die Volatilität der Rohstoffpreise hat Auswirkungen auf den Konzern. Die Einkaufspreise für Rohstoffe können je nach Marktsituation erheblich schwanken und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflussen. Die von der Konzernleitung vorgesehene Risikomanagementstrategie hinsichtlich des Rohstoffpreisrisikos und seines Ausgleichs wird im Risikobericht näher beschrieben.

Im Rahmen dieser Risikomanagementstrategie werden auf der Grundlage von Prognosen des erforderlichen Einkaufsbedarfs in geringem Umfang auch Warentermingeschäfte mit Barausgleich zur Absicherung der Rohstoffpreisschwankungen abgeschlossen. Der Einsatz von Warentermingeschäften mit Barausgleich erfolgt bei Henkel nur bei Vorliegen einer direkten Sicherungsbeziehung zwischen Warenderivat und physischem Grundgeschäft. Henkel wendet kein Hedge Accounting an und ist daher aufgrund des Haltens von Warenderivaten temporären Preisrisiken ausgesetzt. Diese bestehen darin, dass die Warenderivate zum Marktwert bewertet werden und der Einkaufsbedarf als schwebendes Geschäft nicht bewertet wird. Dies kann zu Belastungen von Ergebnis und Eigenkapital führen. Die Entwicklung der Marktwerte und die daraus resultierenden Risiken werden laufend überwacht.